Kants Kritik meiner reinen Vernunft

Kant bleibt auf dem Teppich

Dass das Leben eine einfache und mühelos zu bewerkstelligende Angelegenheit ist, wird niemand behaupten, der noch seine Sinne beieinander hat. Auch wenn es heute Allgemeingut zu sein scheint, dass jede menschliche Lebensäußerung einschließlich der dem Broterwerb dienenden Arbeit Spaß zu sein hat: das Leben als solches ist ernst.

Überhaupt muss ich gestehen, dass ich mir sehr schwer tue mit der Metapher, die Welt ist eine Bühne. Auf den Bühnen dieser Welt werden einstudierte Vorstellungen vor Publikum, vorausgesetzt, es hat sich zahlenderweise Zutritt verschafft, zum Besten gegeben. Was aber soll sich auf einer Bühne abspielen, wenn sie die Welt wäre? Wenn überhaupt, dann wäre die Welt selber das aufzuführende Stück. Aber das wäre eine ins Monströse gesteigerte Überhöhung der Kunst zu einer quasigöttlichen Schöpfungsleistung des Menschen. Man möge doch bitteschön auf dem Teppich dieser Welt bleiben.

„Sie ist“, mischt sich Kant einmal mehr in meine Gedanken, „eine Blume.“

„Wie kommst du darauf?“

„Verwurzelt im All treibt sie aus, um zu leben, bis sie erblüht.“

„Und verblüht“, ergänze ich. Allerdings nur in Gedanken, um Kants poetischen Fluss nicht zu stören, obwohl ich natürlich weiß, dass ich nichts vor ihm verbergen kann.

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