Gedicht

Das Badewaagenwagnis

Wenn heute nackten Leibes ich
auf meine Badewaage stiege,
wüsst' ich, 
ob ich 
mehr oder,
wenngleich allen Erwartens zuwider, 
weniger heute wiege,
als gestern ich noch wog.

Gleichwohl ist weniger
nicht sehr wahrscheinlich.
Vielmehr scheint mir gewiss: 
Ich wöge mehr,
beträte heut' ich meine Waage.
Womöglich sehr viel mehr.

Erlag ich gestern doch
- sagte anderes ich, ich löge -,
schlemmrigstem Schlampampenwahn, 
so dass die Waage
ohne Frage, 
wenn ich mich wöge,
wuchtig hoch ausschlüge,
was mich nicht sehr erfreute,
weshalb ich heute
mich nicht wiege.

Nunmehr zieh' ich
in Erwägung, 
meine Waage 
erst wieder
am morgigen Tage 
zu besteigen,
voll sonnigem Mut 
und mit ganz viel 
wonniger Zuversicht 
- gleichwohl mit weniger Gewicht,
- mein erwünschtes Ziel.

So erwäge ich schon 
eine ganze Woche.

Ein Kommentar zu „Das Badewaagenwagnis

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