Gedicht

In Weimar im November

In Weimar war es im November,
da wußte Goethe, jetzt kommt bald
der Winter mit viel Eis und Schnee.
Jetzt würde es sehr bald sehr kalt.

Das konnte Goethe gar nicht leiden.
Er liebte heiße Sommertage,
weil ihm so kalt war, wenn es kalt war.
Der Winter war ihm stets nur Plage.

Dem widersprach Schill’ ungehemmt:
„Ich friere lieber. Denn die Hitze
vertrage ich nun überhaupt nicht.
Da stöhn’ ich nur und schwitz’, ach schwitze.“

Sogleich versuchte Goeth’ beherzt,
Schill’ eines Bessern zu belehren.
Doch Schill’ blieb unbeeindruckt stur
und ließ partout nicht sich bekehren.

Da hämmerten sie aufeinander
mit wucht’gen Argumenten ein.
Doch wenn der Eine sagte: „Ja“,
so sprach der Andere nur: „Nein.“

Und wenn sie nicht gestorben sind,
was man durchaus bezweifeln kann,
dann dauert ihre Kontroverse
bis auf den heut’gen Tage an.

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